Wenn meine Gegenüber in Gesprächen heraus finden, dass ich Financial Planner bin und für die Planung von Kundenvermögen zuständig, werde ich regelmäßig gefragt:

„Welche Aktie soll ich kaufen?“ und das ist eine der häufigsten Fragen.
Die Leute brennen darauf zu erfahren, ob ich ihnen dabei helfen kann, die nächste Appleaktie zu entdecken.

Eine weitere häufig gestellte Frage ist:

„In welche Richtung wird sich der Markt entwickeln?“ Dabei hoffen sie zu erfahren, ob es ein guter Zeitpunkt ist, um zu investieren oder ob sie aus dem Markt besser aussteigen sollten.
Wenn ich darauf selbst keine Antwort parat haben, dann wird von mir erwartet, dass ich bestimmt einen geheimen und angesagten Investmentmanager kennen, der all diese Fragen beantworten kann.

All diese Fragen haben etwas gemeinsam — ich werde darum gebeten, eine Prognose abzugeben.
Es wird also erwartet, dass ich die Zukunft vorhersagen kann! Etwa so, wie man immer wieder in Finanzzeitschriften Informationen findet, mit denen man garantiert reich wird.

Im Zusammenhang mit dem Treffen von Anlage­entscheidungen glaubt man traditionell, dass es Menschen gibt, die mit ihrer Kristallkugel die Zukunft prognostizieren können, um dann zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen.

Ich habe noch keinen getroffen, der das konnte, aber viele die meinten, es zu können.

Benjamin Graham, legendärer Value-Investor, Autor des weltweit meistverkauften Investmentsbuchs „Intelligent investieren“  und Vorbild von Warren Buffet hat dazu einmal gesagt:
„Wenn ich etwas gelernt habe in meinen 60 Jahren Berufserfahrung an der Wall Street, dann ist es, dass Leute mit Aktienmarktprognosen keinen Erfolg haben.“

Diese Aussage kann mit amerikanischen und deutschen Studien belegt werden.
Mit Marktprognosen ist keine Überrendite erzielbar!
Nach Investmentkosten war man mit den meisten Vorhersagen sogar noch schlechter dran!
Man hatte Verluste gegenüber der normalen Marktrendite damit hinnehmen müssen.

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