Aktien und Anleihen haben nicht dieselbe zu erwartende Rendite.
Es wird immer wieder empfohlen, sich nach gesunden und profitablen Unternehmen an der Börse umzuschauen, um hohe Börsengewinne zu erhalten.
Mit anderen Worten: Aktien und Anleihen dieser „exzellenten“ Unternehmen, sollen aufgrund ihrer besseren Kennzahlen wie z. B. Jahresgewinn oder Kursgewinnverhältnis höher zu erwartete Renditen aufweisen, als Aktien und Anleihen von „nicht exzellenten“ Unternehmen.
Dies impliziert fälschlicher Weise, dass ein „exzellentes“ Unternehmen, welches für Investoren weniger Risiko birgt, höhere Zinssätze zahlt, als ein “nicht exzellentes” Unternehmen, wenn es sich bei Investoren Geld leiht.

Genau das Gegenteil ist der Fall.
“Nicht exzellente” Unternehmen haben für Investoren einen höher zu erwartenden Ertrag als dies für “exzellente” Unternehmen gilt.
Warum? Sie gehen ein viel größeres Risiko ein.
Risiko und Ertrag sind untrennbar miteinander verbunden und dies gilt auch für die Börse.

Der Kapitalmarkt ist ein in sich geschlossenes System. Zu jedem Käufer eines Wertpapieres gibt es auf der anderen Seite einen Verkäufer.
Es gibt keine Wertpapiere ohne Inhaber. Risikoreichere (nicht exzellente) Unternehmen müssen Investoren Anreize bieten, damit diese ihre Aktien und Anleihen kaufen oder diese weiterhin behalten.
Dieser Anreiz erfolgt in Form von höher zu erwarteten Renditen.
Deshalb haben “nicht exzellente” Unternehmen höhere Kapitalkosten, die der zu erwartenden Rendite des Investors entspricht.

Allerdings werden nicht alle Risiken in Form von höheren Renditen entlohnt. Freie Märkte entlohnen Investoren nur für „systematische“ Risiken, die nicht weiter entschärft werden können.

Der FC Bayern München wurde seinen Stars nicht mehr Geld zahlen, nur weil diese ohne Schienbeinschoner spielen wollen. Dies ist eine Form von Risiko, das leicht zu beseitigen ist, indem alle Spieler Schienbeinschoner tragen müssen.

Das Prinzip gilt auch für Investoren, die nur in wenige Einzeltitel oder Sektoren investieren und damit nicht diversifiziert sind. Das Risiko das eine fehlende Diversifizierung (Streuung) mit sich bringt, wird nicht vom Markt entlohnt, da dieses leicht durch eine breite Diversifizierung über Märkte hinweg, eliminiert werden kann.

Für eine wirklich wirksame Diversifizierung streuen erfolgreiche Investoren ihr Kapital über alle globalen Anlageklassen.
Damit können sie die Anlagestrategie ihren individuellen Zielen anpassen.
Die Verteilung des Anlagevermögens auf mehrere unterschiedliche Investmentmanager und eine hohe Anzahl an verschiedenen Produkten sind Kennzeichen für eine nicht wirksame Diversifizierung.

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