Jim Parker, Vice President von Dimensional Fund Advisors Australia hat dies perfekt in seinem folgenden Artikel „Der Teufel trägt Nada“ beschrieben.

Ich finde diesen Vergleich so treffend, dass ich Ihnen diesen auf keinen Fall vorenthalten möchte:

Die globale Modebranche ist von Natur aus launisch: Sie regt Trends an, die sie anschließend wieder verteufelt, um die unglückseligen Verbraucher
zu veranlassen, ihre Garderobe immer wieder zu erneuern. Ein Großteil der Finanzdienstleistungsbranche arbeitet genauso.

Modedesigner, Hersteller und Medien erzählen den Verbrauchern, was dieses Jahr in Mode ist, und erzeugen damit künstlich Nachfrage, die es vorher nicht gab. Was in den Boutiquen auftaucht, wird von Hochglanzmagazinen als hip aufgebauscht. Also „müssen“ Sie es kaufen.

Ähnlich ist eine Vielzahl von Medienunternehmen und Finanzdienstleistern von flüchtigen Trends und eingebauter Veralterung abhängig, um die Anleger zum Kauf neuer „Sachen“ zu veranlassen. Diese Unternehmen richten sich nicht so sehr nach den tatsächlichen Bedürfnisse des Einzelnen, sondern vielmehr nach einem kurzlebigen, künstlich erzeugten Bedarf.

Ebenso wie in der Mode springen Verbraucher auf einen Anlagetrend, wenn er gerade seinen Höhepunkt erreicht und der Markt zu einem anderen Trend übergegangen ist. Infolgedessen bestehen ihre Portfolios aus schlecht zusammengestellten, kostspieligen und unpraktischen Produkten wie Wandelanleihen, Genussscheinen, kapitalgeschützten Produkten und Hedgefonds.

Diese Produkte werden oft deshalb kreiert, weil sie sich verkaufen. So schrieb Reuters Anfang 2005 darüber, wie Banken exotische Kreditderivate für Anleger erzeugten, die in einer Zeit sinkender Renditen für risikofreie Anlagen nach Wegen suchten, die Rendite zu steigern.¹

Vier Jahre später, in der Mitte der teilweise von diesen Derivaten verursachten Krise, waren die Must-Have Dinge „garantierte“ oder  „kapitalgeschützte“ Produkte, die die Finanzinstitute einführten, weil sie glaubten, sie ließen sich in einem aufnahmebereiten Markt gut verkaufen.²

Einige Anleger begingen den Fehler, von einem Trend zum anderen zu pendeln, was zu übermäßig konzentrierten Portfolios führte – wie ein modeorientierter Käufer mit einem Schrank voller blauer Hemden mit Puffärmeln.

Obwohl einige dieser Anlagen einen funktionsfähigen Markt fanden, stellt sich die Frage, ob die Entwicklung und Massenvermarktung von Produkten, die auf kurzfristige Trends setzen, den spezifischen und langfristigen Bedürfnissen des Einzelnen dient.

Zum Glück gibt es eine Alternative. Statt in etwas zu investieren, das gerade schick ist, ziehen einige vielleicht einen Ansatz vor, der auf langfristigen, in verschiedenen Marktumständen bewährten Kenntnissen und Grundsätzen basiert.

Statt Mutmaßungen darüber anzustellen, wohin der Markt als nächstes läuft, beinhaltet dieser alternative Ansatz die Zusammenarbeit mit dem Markt, die Aufnahme von den Risiken, die es auch wert sind, aufgenommen zu werden, das Halten einer bestimmten Anzahl von Assetklassen, das Minimieren von Kosten und die Kontrolle über die eigenen Emotionen.

Statt wie ein verängstigtes Modeopfer Renditen hinterher zu jagen, geht es für die Anleger bei diesem Ansatz darum, dem Markt zu vertrauen, dass er sie für die Aufnahme „systemischer“ Risiken oder Risiken, die durch Diversifizierung nicht eliminiert werden können, entschädigen wird.

Statt je nach aktueller Mode mit Anlagestilen zu jonglieren, basiert dieser Ansatz auf marktspezifischen Renditedimensionen, die sich nach gründlichen Recherchen als sensibel, persistent und allgemein gültig erwiesen haben.

Statt das Garderoben-Budget für das Portfolio-Äquivalent von Stulpen zu verjubeln, verteilt dieser Ansatz das Risiko auf verschiedene Assetklassen, Sektoren und Länder. Dies ist eine altbewährte Methode, die als Diversifizierung bezeichnet wird.

Und statt in teuren Edelkaufhäusern Höchstpreise für beliebte Marken zu zahlen, konzentriert sich dieser Ansatz darauf, gute langfristige Investments zu Preisen zu sichern, die im Verhältnis zu den Basiskennzahlen niedrig sind. Zu hohen Preisen zu kaufen, bedeutet, dass Ihre erwartete Rendite niedrig ist.

Anstatt sich auf Anlagen „von der Stange“ zu konzentrieren, die die Branche anbietet, weil sie glaubt, sie ließen sich diese Woche gut verkaufen, liefert dieser Ansatz vor allem langfristige, maßgeschneiderte Ergebnisse, die sich nach den Bedürfnissen, Zielen und Lebensumständen des Einzelnen richten.

Um es mit den Worten der legendären Modedesignerin Coco Chanel zu sagen:

Die Anlagemode ändert sich, aber Stil kommt niemals aus der Mode.

¹ ‚Demand for Exotic Derivatives Seen Growing – Bankers‘, Reuters, 18. Januar 2005
² ‚Investing: Storm Shelters‘ – Money Magazine, 1. Oktober 2009

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